Bild: Collage © A. Z.

Liturgie der Stille

Freitag, 21. Dezember 2018, 20:00 Uhr (Salzburg, Künstlerhaus) - Tickets

Samstag, 22. Dezember 2018, 20:00 Uhr (Salzburg, Künstlerhaus) - Tickets

Sonntag, 23. Dezember 2018, 11:00 Uhr (Salzburg, Künstlerhaus) - Tickets

Programm

Olivier MESSIAEN (1908 - 1992)
Quatuor pour la fin du temps

Josef RAMSAUER (*1989)
Katrin KLOSE (*1990)
Neue Werke (UA)
Auftragswerke des œnm

 

Eintritt: EUR 10 (regulär) / EUR 6 (ermäßigt)
an der Abenkasse

Mitwirkende

Theodor Burkali, Klarinette
Ekkehard Windrich, Violine
Peter Sigl, Violoncello
Nora Skuta, Klavier

ohnetitel - Netzwerk für Theater- und Kunstprojekte


In Österreich wird das "Stille-Nacht-Lied" als regionale Weihnachtsfolklore betrachtet. Von Amerika bis Japan ist diese einfache Melodie mit den schlichten Textzeilen jedoch ein Welthit, der seinesgleichen sucht. Eine weite und abenteuerliche Reise vom kleinen Oberndorf in die große Welt hin zu einem globalen Mythos.

Ebenso spannend sind Zeit und Umstände, in denen das Lied entstanden ist: Eine gewaltige Klimaveränderung, aufgrund eines Vulkanausbruchs auf Indonesien, bewirkt ein "Jahr ohne Sommer". In Teilen der nördlichen Hemisphäre kommt es zur schlimmsten Hungersnot des 19. Jahrhunderts. Die napoleonischen Kriege hinterlassen verbrannte Erde und soziales Elend. Darin klingt dieses Lied wie ein "kleiner Funke ertrotzter Hoffnung".

Die szenisch-musikalische Collage, erarbeitet von OENM und ohnetitel, bezieht sich in erster Linie auf diesen historischen Kontext. Im Zentrum der Aufführung steht das Stück "Quatuor pour la fin du temps" (Quartett für das Ende der Zeit) von Olivier Messiaen. Er schrieb diese Komposition im Kriegsgefangenenlager, kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs, ebenfalls in einem epochalen Zeitenwandel – im Europa der Verwüstung und des Elends. Und trotzdem: Auch hier entsteht Musik als Gegenentwurf. Und trägt auf ihre Weise zur Grenzüberwindung bei. Die "Liturgie der Stille" folgt den Motiven Apokalypse und Utopie und verknüpft Musik, Wort und Raum zu einer humanistischen Andacht. Zwei Kompositionsaufträge rahmen das Quartett Messiaens ein und spannen als Prolog und Epilog den zeitlichen Bogen von 1818 bis 2018.