Bild: Robert Moran_frozen in time II

Logothetis +

Donnerstag, 4. November 2021, 20:00 Uhr (Reaktor Wien) - INFO

Samstag, 13. November 2021, 20:00 Uhr (Odeïon, Salzburg) - INFO

Programm

Anestis LOGOTHETIS (1921‒1994)
Pataphysik-Chor (1968)

Charles UZOR (*1961)
Bodycam exhibit 3 (2021) UA
für Ensemble

Maria DE ALVEAR (*1960)
Freisetzen (2021) UA
für Klarinette, Horn, Posaune, Tuba, Percussion und Violine

Anestis LOGOTHETIS
Kassandraauge (1992) UA 
für Harfe, Bassklarinette und tibetanische Schalenglocken

Rupert HUBER (*1953)
Al Olivo, al Olivo (2017) ÖEA 
für Schlagwerk solo

Robert MORAN (*1937)
FROZEN IN TIME II (2020) UA
für 4 Streicher

Alexander HERMANN (*1966)
Respiro (2020) UA
für Ensemble

Anestis LOGOTHETIS
Meridiane I + Breitengrade (1981) UA 
für Ensemble und Tenor-Saxophon

Mitwirkende

œnm . œsterreichisches ensemble fuer neue musik 

Irmgard Messin, Flöte
Markus Sepperer, Oboe
Theodor Burkali, Klarinette
Žarko Perišić, Fagott
David Fliri, Horn
Gergely Gerhardt, Trompete
Dušan Kranjc, Posaune
Josef Steinböck, Tuba
Michael Mitterlehner, Percussion
Katharina Teufel-Lieli, Harfe
Yana Svistunova-Fliesser, Violine
Jutas Jávorka, Viola
Sebestyén Ludmány, Violoncello
Lukas Straka, Kontrabass

Solisten:
Michael Krenn, Saxophon
Josef Steinböck, Tuba
Michael Mitterlehner, Percussion

Rupert Huber, Leitung


2021 jährt sich der Geburtstag des österreichisch-griechischen Komponisten Anestis Logothetis zum 100sten mal. Logothetis gilt in Europa als Erfinder der sog. grafischen Notation von Musik. Aber auch im übrigen Europa und den USA der 60er Jahre gab es eine Reihe namhafter Versuche, Musik anders als in der herkömmlichen Symbolnotation aufzuschreiben, also mit den Mitteln der Grafik oder schlicht als verbale Spielanweisung. Allen diesen Werken gemeinsam ist die unkonventionelle Notation, die bedingt, dass ein gewisses Maß an Unbestimmtheit, das wir in der herkömmlichen Art der Notation mit stilistischer Kompetenz kompensieren, woanders zu suchen ist als gewohnt. Insofern bleibt der Begriff der Improvisation, der gewöhnlich bei der Ausführung grafischer Musik angewandt wird, problematisch. So verheißungsvoll viele dieser Versuche waren, ereilte sie doch alle das nämliche Schicksal des Bedeutungsverlustes und sie gerieten mehr und mehr in den Hintergrund. Die Gründe dafür sind vielfältig und liegen zum Teil in der mangelhaften Vorbereitung und Aufführung dieser Stücke, die in ihrer gewissen Unbestimmtheit dem Interpreten zweifelsohne mehr Verantwortung übertrugen als in der herkömmlich notierten Musik, aber auch in der Starrheit der Institutionen, deren Klangkörper bis heute nicht die nötige Flexibilität und Ernsthaftigkeit aufbrachten, sich mit dieser Art von Musik zu beschäftigen. Dabei entspricht das Umfeld, das die grafische Musik bzw. Textmusik erfordert, heutigen sozialen Umgangsformen und Gegebenheiten wesentlich mehr als dem der anachronistisch-hierarchischen des üblichen Orchester- bzw. Aufführungsbetriebes.
Das ist der Anlass eines Konzertprogrammes mit dem OENM, das auf Logothetis Bezug nimmt und mit einigen neuen Stücken jüngerer Komponisten eine Brücke in die Gegenwart schlägt.
Notabene: Von Logothetis gibt es eine Reihe von bisher nicht aufgeführten Partituren/Grafiken, die in dem geplanten Programm gespielt werden sollen. Daneben stehen Werke für unterschiedliche Besetzungen von Maria de Alvear, Alexander Hermann, Rupert Huber und Charles Uzor. Mit Ausnahme des Werkes von Huber handelt es sich durchwegs um Uraufführungen.

Konzept: Rupert Huber

powered by webEdition CMS