Bild: Morton Feldman © François Lacour

Feldman & Webern

Donnerstag, 18. Juni 2015, 21:00 Uhr (Linz, Brucknerhaus)

Programm

Morton FELDMAN
Streichquartett Nr. 2

Anton WEBERN
Sechs Bagatellen op. 9

Mitwirkende

Ekkehard Windrich, Violine
Michaela Girardi, Violine
Jutas Javorka, Viola
Peter Sigl, Violoncello


Seit Ende der 1970er-Jahre nahmen die Kompositionen Morton Feldmans an Länge zu. So hat das 2. Streichquartett eine Dauer von rund fünf Stunden. „Meine ganze Generation hielt sich an die 20- bis 25-Minuten-Stücke. Das war unsere Uhr. Wir alle kannten sie und wussten mit dieser Uhr umzugehen. Sobald man aber einsätzige 20- bis 25-Minuten-Stücke hinter sich lässt, entstehen andere Probleme. Bis zu eine Stunde Dauer denkt man über die Form nach, doch nach eineinhalb Stunden zählt der Umfang. [...] Vorher waren meine Stücke wie Objekte; jetzt sind sie wie sich entwickelnde Dinge.“ Die Sechs Bagatellen von Anton von Webern hingegen sind das kürzeste Streichquartett der Musikgeschichte.

Er selbst sagte 20 Jahre nach der Entstehung: „Ungefähr 1911 habe ich die Bagatellen für Streichquartett geschrieben. Ich habe dabei das Gefühl gehabt: Wenn die zwölf Töne abgelaufen sind, ist das Stück zu Ende. Viel später bin ich darauf gekommen, dass das alles im Zuge der notwendigen Entwicklung war.“ Wer jemals nach der Aufführung des viereinhalbstündigen 2. Streichquartetts von Feldman die nur vierminütigen Bagatellen von Webern erlebt hat, wird dieses Hörerlebnis niemals vergessen.